Zwischenfrüchte in Direktsaat: Boden und Saatverfahren im Vergleich

von Nicole Pielmeier

Wie wirken sich unterschiedliche Saatverfahren auf die Entwicklung von Zwischenfrüchten aus? Dieser Frage gingen wir am 13. Oktober 2026 bei einer Feldbegehung auf dem Betrieb Solleder GbR in Süssenbach nach. Verglichen wurden zwei Direktsaatverfahren mit einer Scheibeneggen-Saat-Kombination. Dabei zeigte sich, wie wichtig die richtige Saatgutablage und die Beurteilung des Bodens für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau sind.

Die Versuchsparzellen wurden bereits im Juli nach der Getreideernte angelegt. Das Stroh wurde zuvor abgefahren. Die Aussaat erfolgte unter sehr trockenen Bedingungen. Innerhalb einer Woche nach der Saat fielen rund zehn Millimeter Niederschlag.

Drei Verfahren im direkten Vergleich

Auf der Versuchsfläche wurden folgende Verfahren gegenübergestellt:

· Direktsaat mit Scheibenschar von Agrisem

· (Teil-)Direktsaat mit Zinkenschar von Claydon

· Saat mit einer Scheibeneggen-Saat-Kombination

Zu Beginn der Feldbegehung wurde ein Bodenprofil angelegt. Der unabhängige Pflanzenbauberater Josef Stangl untersuchte den Boden bis in eine Tiefe von etwa 50 Zentimetern. Dabei stellte er in rund 25 Zentimetern Tiefe eine Pflugsohle fest, die das Wurzelwachstum und die Wasserbewegung im Boden beeinträchtigen kann. Bei

Der Standort ist durch einen stark sandigen Boden mit zahlreichen kleinen Steinen geprägt. Die Fläche weist lediglich etwa 26 Bodenpunkte auf. Zudem haben sich Nährstoffe über die Jahre bis in eine Tiefe von rund 30 Zentimetern unterhalb der Bodenoberfläche angereichert. Die Bodenverhältnisse und die trockenen Aussaatbedingungen bildeten damit wichtige Rahmenbedingungen für die Beurteilung der Versuchsparzellen.

Von der Auflockerung der Pflugsohle durch einen Tiefenlockerer riet Josef Stangl ab, da durch das Lockern in diesem sandigen Boden bei einem Starkregenereignis die Nährstoffe und Feinteile wieder nach unten abgelagert würden.

Scheibenschar: Phacelia, Klee und Wicke gut entwickelt

Bei der Direktsaat mit Scheibenschar von Agrisem fiel besonders die gute Entwicklung von Phacelia, Klee und Wicke auf. Sonnenblumen waren dagegen weniger häufig aufgelaufen. Insgesamt präsentierte sich die Parzelle mit einem gut entwickelten Zwischenfruchtbestand.

Als mögliche Ursache für die unterschiedlichen Pflanzenanteile wurde die Saatgutablage diskutiert. Die Ablagetiefe beeinflusst, welche Bedingungen die einzelnen Arten für die Keimung vorfinden. Entscheidend ist dabei, die unterschiedlichen Ansprüche der Mischungspartner zu berücksichtigen. Dies wäre laut Hersteller auch bei Agrisem und Claydon möglich, weitere Sä-Aggregate einzufügen und für unterschiedliches Saatgut oder einem Düngemittel zu verwenden.

Zinkenschar: Mehr Sonnenblumen im Bestand

Bei der (Teil-)Direktsaat mit Zinkenschar von Claydon zeigte sich ein anderes Bild. Im Vergleich zur Agrisem-Parzelle waren mehr Sonnenblumen und weniger Phacelia zu erkennen. Als mögliche Erklärung wurde eine etwas tiefere Saatgutablage herangezogen.

Auch bei diesem Verfahren entwickelte sich ein guter Zwischenfruchtbestand. Die Beobachtungen verdeutlichten, dass bereits Unterschiede bei der Saatgutablage die Zusammensetzung einer Zwischenfruchtmischung beeinflussen können.

Scheibeneggen-Saat-Kombination: Die Saatgutablage entscheidet

Im Vergleich zu den beiden Direktsaatvarianten war der Pflanzenbestand bei der Scheibeneggen-Saat-Kombination weniger gut entwickelt. Thomas Solleder führte dies auf eine nicht optimale Saatgutablage zurück.

Die Feldbegehung zeigte damit, dass nicht allein das eingesetzte Bodenbearbeitungsverfahren über den Erfolg entscheidet. Auch die gleichmäßige und zur jeweiligen Zwischenfruchtmischung passende Ablage des Saatguts ist ein wesentlicher Faktor.

Welche Vorteile bietet die Direktsaat?

Die Direktsaat von Zwischenfrüchten kann den Dieselverbrauch und den Arbeitsaufwand reduzieren, da auf eine intensive Bodenbearbeitung verzichtet wird und die Aussaat in einem Arbeitsgang erfolgen kann. Gleichzeitig kann eine möglichst geringe Bodenstörung dazu beitragen, die Bodenstruktur zu erhalten und das Erosionsrisiko bei Starkregen zu verringern. Wie stark sich dieser Effekt am konkreten Standort auswirkt, ließ sich anhand der Versuchsparzellen allerdings nicht beurteilen.

Auch die organische Düngung ist bei Direktsaatverfahren möglich. Markus Vogler, Vertriebsmitarbeiter von Claydon, erläuterte, dass eine Ausbringung organischer Dünger auch in einem bestehenden Pflanzenbestand gut umgesetzt werden kann.

Auf der Versuchsfläche wurde auf eine organische Düngung verzichtet. Aufgrund der trockenen Bedingungen waren nach Einschätzung der Beteiligten noch Nährstoffe aus der Vorfrucht verfügbar, die durch die Niederschläge nach der Aussaat für die Zwischenfrucht nutzbar wurden.

Erst den Boden beurteilen, dann das Verfahren wählen

Ein wichtiger Punkt der Feldbegehung war die Beurteilung des Bodenprofils. Josef Stangl betonte, wie wichtig es ist, den Zustand des Bodens nicht nur an der Oberfläche zu betrachten. Verdichtungen, Bodenstruktur und Durchwurzelbarkeit lassen sich erst beurteilen, wenn man den Boden auch unterhalb der Bearbeitungstiefe untersucht.

Das Fazit: Direktsaat kann eine interessante Möglichkeit sein, Zwischenfrüchte mit weniger Arbeitsaufwand und geringerem Dieselverbrauch zu etablieren. Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt jedoch vom Standort, dem Bodenzustand, der Zwischenfruchtmischung und den Aussaatbedingungen ab. Wer den Boden kennt und die Saatgutablage gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Arten abstimmt, schafft wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Zwischenfruchtbestand. Für Josef Stangl ist Direktsaat ein zusätzliches Werkzeug im Werkzeugkoffer des Pflanzenbaus. Je nach Bedingungen kann die Anwendung von Direktsaat sinnvoll sein.

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