Prävention gegen Hitzestress im Milchviehstall

von Nicole Pielmeier

Am Montag, den 8. Juni 2026, veranstalteten wir einen Workshop zum Thema „Hitzestress im Milchviehstall und wirksame Gegenmaßnahmen“. Referentin des Abends war Dr. Andrea Fiedler, die vor allem als Expertin für Klauengesundheit bekannt ist. Die Auswirkungen sommerlicher Hitzeperioden auf die Herdengesundheit sind ihr daher bestens vertraut.

Milchkühe fühlen sich bei Temperaturen zwischen -5 und 15 °C besonders wohl. Bereits im Februar dieses Jahres wurden vereinzelt Tage mit Höchsttemperaturen von über 15 °C verzeichnet. Für hochleistende Milchkühe kann dies bereits Stress bedeuten, wenn im Stall keine ausreichenden Maßnahmen zur Belüftung und Kühlung getroffen werden.

Die direkten Folgen von Hitzestress sind bekannt: reduzierte Milchleistung, verminderte Fruchtbarkeit sowie häufig ein steigender Zellgehalt der Milch. An den Klauen zeigen sich die Auswirkungen oftmals erst sechs bis acht Wochen später in Form von Blutungen am Klauenrand.

Auf dem Betrieb der Familie Stelzer in Arnschwang erläuterte Andrea Fiedler, welche Voraussetzungen im Milchviehstall erfüllt sein müssen, um Hitzestress zu reduzieren. Darüber hinaus stellte sie Maßnahmen vor, die auch kurzfristig an besonders heißen Sommertagen umgesetzt werden können.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Ventilatoren. Diese sollten korrekt ausgerichtet sein und den Kühen auch im Liegen eine ausreichende Frischluftzufuhr ermöglichen. Auch sogenannte Kuhduschen können zur Kühlung beitragen. Entgegen der Bezeichnung sollen die Tiere dabei nicht vollständig nass werden. Besonders effektiv sind Systeme, die langsam kleine Wassertropfen auf die Wirbelsäule der Kühe abgeben und dadurch eine nachhaltige Kühlung ermöglichen.

Neben baulichen Maßnahmen gilt es jedoch auch, weitere Stressfaktoren zu minimieren. Kühe benötigen bei hohen Außentemperaturen zwischen 120 und 180 Litern Wasser pro Tag. Daher ist es wichtig, ausreichend Tränken mit hoher Durchflussmenge bereitzustellen und diese täglich zu reinigen.

Ebenso muss die Energieversorgung durch eine ausreichende Futteraufnahme sichergestellt werden. Dazu sollte das Futter regelmäßig angeschoben und eine Nacherwärmung vermieden werden. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Futtervorlage am Abend häufig vorteilhafter ist als am Morgen.

Die große Zahl an Anmeldungen zu diesem Workshop zeigt die hohe Aktualität und Bedeutung des Themas. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zahlreiche praktische Anregungen mitnehmen, um ihre Tiere besser vor den Folgen von Hitzestress zu schützen.

Hier sind einige hilfreiche Infos zum Thema:

Ventilatoren - zum Ausdrucken geeignet:

https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/ventilatoren-milchviehstall_lfl-information.pdf


Hitzestress - zum Selbststudium geeignet:

https://lfl.bayern.de/hitzestress

https://www.lfl.bayern.de/ilt/bauwesen/264563/index.php



Zurück zur Newsübersicht